Karachi – Eine der gefährlichsten Städte der Welt. Früher.

Karachi – Eine der gefährlichsten Städte der Welt. Früher.

Karachi. Die 20 Millionen Metropole im Süden von Pakistan. Bekannt für… Das ist eine gute Frage. Sollte man erwähnen, dass in Karachi jedes Jahr 1.482 Menschen umgebracht werden? Oder, dass aus Karachi unzählige Ausländer entführt wurden? Nein, denn das ist Vergangenheit. Die Zukunft sieht rosig aus. Es beginnt schon im ersten Moment auf pakistanischem Boden: Die Gastfreundschaft. Wir wagen den Schritt in das Land und wissen kaum, was uns erwartet. Es ist 3 Uhr in der Früh und wir werden stolz mit „Welcome to Pakistan“ von Fremden begrüßt.

Eine ganz besondere Stadtrundfahrt

Der Super Savari Express

Der Super Savari Express ist wirklich super. Es ist eine ganz besondere Stadtrundfahrt in einem der traditionellen pakistanischen Busse. Bunt bemalt, eine spezielle Hupe, die gut auch mal 5 Sekunden in einer Melodie hupt und der Stolz jedes Busfahrers. Diese Stadtrundfahrt ist die einzige durch die Stadt, die geprägt ist von Bauten aus dem 19. Jahrhundert, von Gebäuden, die nach britischen Offizieren benannt wurden. Und von Überraschungen. Die Fahrt führt uns zum Merewether Memorial Tower, einem Uhrenturm mit Davidstern auf der Fassade. In Berlin nicht unüblich, aber in einem Land, wo es offiziell nur 745 jüdische Familien gibt schon. Der Turm wurde im Jahr 1886 zum Gedenken an den Commissioner der Provinz Sindh errichtet. Wir fahren weiter zur St. Patricks Cathedral, der größten Kirche der Stadt, wo wir nach dem Security Check einer Taufe beiwohnen können. Es wird gesungen und gefeiert. Fast so wie bei uns, nur dass hier alle Türen offen stehen, sonst wären die 30 Grad nicht zu ertragen. Das Innere der Kirche beherbergt eine kleine Krypta und eine Nachbildung des Heiligen Franz Xaver, des Schutzpatrons von Goa. Da der größte Teil der katholischen Gemeinde in Karachi Wurzeln in Goa hat, wird der heilige Franziskus auch in der katholischen Gemeinde hier hoch verehrt. Die Tour hat mehrere Zwischenstopps für Fotos, Essen und ganz wichtig: Für Tee. Tee ist – danke den Briten – das Nationalgetränk.


Strandfeeling mit Klamotten

Ein besonderer Spaziergang

Wenn man an Strände denkt, denkt man gleich an Liegen, Männer in Badehose und Frauen in Bikinis. In Karachi ist es ganz anders. Man sieht statt Liegen eher Kamele und die Menschen gehen in ihrer Kleidung „schwimmen“. Es ist ein besonderer Strandspaziergang. Richtig ist man, wenn einen der Sonnenuntergang begrüßt, denn dann kommen die Pakistanis, Familien, Jungs-Cliquen oder auch Pärchen. Es ist nicht selten, dass man als Westler um Fotos gebeten wird. Schließlich ist es nicht unwahrscheinlich, dass man der erste und einzige „Weiße“ im Leben eines Pakistanis ist. Noch weniger unwahrscheinlich sind diverse Einladungen zum Abendessen oder zumindest zum Tee. Es lohnt sich!


Essen gehen ohne Durchfall

In Karachi gut möglich

Karachi ist mit über 20 Millionen Einwohnern die größte Stadt des Landes und diese Stadt hat Hunger! Keine Überraschung, hier bekommt man alles zu jeder Tages- und Nachtzeit. Egal ob italienisch, thailändisch, französisch, amerikanisch oder auch pakistanisch – allein für die vielfältige Auswahl an guten Restaurants lohnt sich der Karachi-Besuch. Und man kann wirklich auch ohne Durchfall durch einen Urlaub vor Ort kommen, denn es gibt 5-Sterne Restaurants mit „eingeflogenen“ Italienern, Expat-Pakistanis, die nach dem Studium in den Staaten ihre Kulinarik-Kunst mitgebracht haben. Ein absolutes Highlight ist das landestypisches Essen. Man muss nur dem Strand folgen und schon landet man in Do Darya. Einem Abschnitt der Stadt, wo Restaurants auf dem offenen Meer gebaut wurden. Kolachi ist das erste Restaurant dort. Der Weg dorthin ist ziemlich dunkel und trostlos. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen, denn das Essen ist himmlisch. Wir entscheiden uns für das Gemüse Curry, „weißes Hähnchen“. Ein mit Joghurt gekochtes Huhn und natürlich Kebab. Wenn man beim Essen einen Blick unter den Tisch wirft, hat man einen wunderbaren Blick auf die Tiefe des Meeres und kann mit Glück auch den ein oder anderen Fisch entdecken.

Diesen Beitrag schrieb unser Freund Malik. Er ist selbständig (Hai Class Agency) und nimmt sich die Freiheit zu reisen, wohin er will und wann er will. Damals getrieben von Error Fares, legt er heute wert auf prägende Erfahrungen, kulturellen Austausch und leckeres Essen.

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